Hamburger Gast

Hamburger Gast

Neuer Ort, neues Glück

hamburger gast 2017Posted by Stephan Roiss Fri, September 01, 2017 18:21:18




Das zweite Drittel meiner Stadtschreiberzeit ist heute offiziell angebrochen. Der Empfang im Schmidt Theater war herzlich und vielversprechend.



Nach einer kurzen Besprechung und einer schönen Bescherung (ich bekam einen Beutel voller Begrüßungsgeschenke) wurden Ella Marouche, Huug van't Hoff und ich durch die Räumlichkeiten der Schmidts Tivoli GmbH geführt. Das war allerdings keine Sache auf zehn Minuten, denn diese Räumlichkeiten beherbergen - sofern ich den Überblick nicht völlig verloren habe - insgesamt drei verschiedene Bühnen, ein Cafe, einen Nachtclub, eine Bar und zwei Restaurants, von denen eines taufrisch ist. Imperium gastronoma cultura in nuce. Wie der Lateiner sagt, der kein Latein kann.



Das freundliche Empfangskomitee des Hauses (links) und die beiden InitiatorInnen des "Hamburger Gast"-Programmes (rechts).



Das Bühnenbild des lokal-legendären Stückes "Heiße Ecke", das seit ca. 14 Jahren läuft (in dieser Hinsicht also so etwas wie der "König der Löwen" des Schmidt Theaters ist).



Backstage gibt die Botschaft des Schminkpiegels philosophische Rätsel auf.



Stilleben mit Harfe - im Nachtclub "Angie's".



Das Foyer/Cafe des Schmidt Theaters. Aus der Froschperspektive. Sofern der entsprechende Frosch 170 cm über der Treppe schwebt. ... Naja, was ich eigentlich sagen wollte: Das ist im September mein Büro.



Mit einem gemeinsamen Mittagessen klang die Begrüßung aus. Ich testete danach auch gleich mal die Kuschligkeit der Polstermöbel und begann mit Blick auf den Spielbudenplatz zu schreiben.

Herzlichen Dank für den angenehmen Start. Vorfreude grassiert.


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Baba, Bergedorf!

hamburger gast 2017Posted by Stephan Roiss Thu, August 31, 2017 21:58:19





Mit einem nahezu staatstragenden Akt habe ich heute den letzten Tag meines Bergedorfer Schreibmonats beschlossen: mit einem Besuch beim Bezirksamtsleiter nämlich.


Auf einer Skala von Besenkammer bis Büro arbeitet Arne Dornquast in einem Prunksaal:


Das bescheidene Hinterzimmerchen:


Die Räumlichkeit gibt sich feudal, Herr Dornquast hingegen schnörkellos und gelassen. Ich schilderte ihm, wie ich die vergangenen Wochen in "seiner" "Stadt" erlebt habe & wie diese Zeit sich literarisch ausgewirkt hat - und stellte ihm eine ganze Menge von Fragen (zur Lokalolitik, zu seinem Arbeitsalltag, zum Verhältnis Bergedorf-Hamburg, u.v.a.m.), die er bereitwillig beantwortete. Das Zeug zum Schriftsteller spricht er sich zwar selbst in letzter Instanz ab, aber ein passabler Plotentwickler steckt allemal in ihm und ein guter Geschichtenerzähler ist er bereits.

Nach unserem entspannten Plausch wartete auf Herrn Dornquast noch das hiesige Schützenfest. Ich hingegen besorgte mir auf dem Weg zum S-Bahnhof noch einen Notfalltropfen:



Für den ersten Wehmutsanfall in den Tagen danach.

Abgehen wird mir z.B. dieser adrette Herr ...


... der so hinterlistig in einer Ecke des Schlosses positioniert wurde, dass er mich bei jedem Verlassen des Museums aufs Neue erschreckt hat. Wer gibt mir denn ab nun meinen täglichen Horrorkick?



Ein lieber Gruß an alle BergedorferInnen, denen ich im letzten Monat begegnen durfte & ein megalomanisches Merci an das gesamte Team des Bergedorfer Schlosses! Ihr habt mir zu einer sehr feinen Zeit verholfen.

Doch halt - das letzte Wort ist noch nicht gesprochen: Sehr wahrscheinlich werde ich in den nächsten beiden Monaten noch das eine oder andere Mal nach Bergedorf kommen. Vielleicht für eine weitere Lesung (noch nicht fix), vielleicht für einen doppelten Espresso oder zwei. Vielleicht trau ich mich bei der Gelegenheit dann auch endlich mal in eins dieser Dinger rein:




Also, habt es ausgesprochen gut, lauscht den Wellen & lasst die Haare wehen!












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No Sleep 'til Ochsenwerder

hamburger gast 2017Posted by Stephan Roiss Wed, August 30, 2017 15:06:38


Gestern gewährte mir Lisa Harderberg bei einer Rundfahrt durch die Vier- und Marschlande Einblicke in die Obst-, Gemüse-, Blumen-, X-, Y- und Kornkammer von Hamburg.

Wir fuhren unter einer sehr ehrgeizigen Sonne über langgezogene Straßen, vorbei an Gewächshäusern und Reithöfen, an weidenden Schafen und Kühen, an See und Bach und Schleuse, an fast unheimlich penibel gepflegten Gärten, an anmutigen Reetdächern und betagten Ziegelbauten.



Halt machten wir u.a. beim Zollenspieker / Fährhafen, wo der Blick über die Elbe in Niedersachsen landet, wo sich Biker und sorglos schlummernde Ente gute Nacht sagen.





In diesem Häuschen, das als "kleinstes Restaurant der Welt" beworben wird, kehrten wir zwar nicht ein ...


... meinen Salat bekam ich aber trotzdem - nebenan, in einem Lokal, das Platz für deutlich mehr als zwei Personen hat und offenkundig selbst Hochzeitsgesellschaften nicht fürchtet.




Wir spazierten auch zu nahegelegenen, schattigen Stränden - und überraschenderweise regten sich dort bei mir richtiggehend heimatliche Gefühle. Denn auch Ottensheim und Linz, wo ich aufgewachsen bin, liegen an einem großen Fluss (der Donau nämlich) und die Aulandschaften dort sind jenen hier nicht unähnlich.



Unterschiede gibt es freilich. Was hier Deich heißt, nennt man an der Donau schlichtweg Damm. Und wenn man in meiner Heimatregion über das Wasser blickt, trifft man meistens auf mehr Erhebungen, auf bewaldete Hügel und manchmal sogar - in der Ferne - auf Gebirge. Dafür ist das Meer viiiiiel weiter weg.



Beim Anblick dieses Schiffs a.D. in der Nähe des Hohendeicher Sees, an dessen Deck bereits die Flora das Kommando übernommen hat, bekam ich große und meine Kamera rote Augen.



Nach zwei, drei Minuten hatten sich aber Mensch und Gerät wieder einigermaßen beruhigt.




Obwohl wir uns in existenziellen Fragestellungen wie "Real Madrid oder FC Barcelona?" oder "Ronaldo oder Messi?" nicht einig wurden, sende ich ein großes !MUCHAS GRACIAS! an Lisa Harderberg. Für die charmante Führung durch das Umland freilich, aber auch für ihren Hinweis, dass ich nicht aus Bergedorf entschwinden solle, ohne das lokale Bier gekostet zu haben. Ich weiß, was ich mir heute Abend gönnen werde.



Nach der Tour. Back to start. Reich an Eindrücken.










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Zurück in die Zukunft

hamburger gast 2017Posted by Stephan Roiss Tue, August 29, 2017 10:43:08
Auf dem wundersamen Weg zur Sternwarte in Bergedorf ...



... erhält das Wort "Regenschirm" eine ganz andere Bedeutung:


... explodieren die Blumen vor Vorfreude:



... trifft man auf magische Chamäleon-Kästen:




... tanzen die Oktaeder die Quadratur des Kreises:



... sendet man schöne Signale gegen stupide Konsumkultur:






Das Gelände der Sternwarte selbst wirkt wie die Kulisse eines Science-Fiction-Films aus den 60ern oder 70ern des vorigen Jahrhunderts. Zurück in die Zukunft von anno dazumals. Würden zwischen den weißen Gebäudemonolithen Autos hin und her schweben und würde dort und da noch eine Tafel voller blinkender Glühbirnchen montiert sein, wäre die Retro-Future-Atmosphäre perfekt.




Hier würde die Befehlshaberin der terrestrischen Raumflotte den Admirälen letzte strategische Anweisungen geben:



Auf der Terrasse der Kommandozentrale würde kurz vor Angriff der Aliens ein dramatischer Dialog zwischen einem Roboter und einem Klon geführt:


Die Regie müsste sich allerdings überlegen, ob die Bildsprache des Films auch ein bisschen Steam-Punk-Ästhetik verträgt:



Doch zurück in die Gegenwart. Gedulde Dich, Planet. Warte, Stern. I'll be back!









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Zwei letzte Chancen

hamburger gast 2017Posted by Stephan Roiss Mon, August 28, 2017 16:08:44

Im Soltau-Zimmer des Bergedorfer Schloss kann man einem hellen Köpfchen begegnen:


Und mir!

Zweiterem allerdings nur noch am Mittwoch 30. und Donnerstag 31. August. An beiden Tagen werde ich jedenfalls von 13:00 bis (kurz vor) 17:00 über meinem Schreibtisch grübelnd anzutreffen sein. Es sei denn, ich muss mal für kleine Stadtschreiber oder trinke im Hof einen Pausen-Espresso.

Morgen (Dienstag) werde ich die Vierlande bereisen, worauf ich mich wirklich freue und zwar so wie jemand, der sich wirklich auf etwas freut. #punchlinedesjahres


Apropos freuen: ein großes Danke an alle, die gestern bei der Lesung im Hexenkessel des Schlosshofes waren und großes Danke auch an meine MitleserInnen Daniel Mellem & Claire Walka!



Und freilich auch an Ella Marouche & Huug van't Hoff, ohne die überhaupt gar nix ginge.

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Ich staune nicht schlecht!

hamburger gast 2017Posted by Stephan Roiss Sun, August 27, 2017 13:28:28



(Hier eindeutig ersichtlich an meinem Gesicht, das sich vor einem Foto von Jürgen Hübner platziert hat.)

Und zwar über das Bergedorfer Schloss a.k.a. das Museum für Bergedorf und die Vierlande, wo man auch an Orten, an denen man es nicht unbedingt erwartet, einen Grund zu lachen findet:




Ein Grund zu lachen fand sich auch gestern beim Sommerkino. Und nicht nur einer. Irrwitzig wie man ihn kennt fuchtelte und flitzte Luis de Funes durch den Streifen "Balduin, das Nachtgespenst" (Orig. "Le Tatoue"). [Verzeihung, liebe Frankophile, der Blog lässt mich keine accents setzen.] Der Film bietet als Kind seiner Zeit (1968) dabei auch durchaus Reibungsfläche. Sein leichtfüßiger Umgang mit sexistischen und rassistischen Klischees böte Stoff für die eine oder andere Seminarsitzung.



Tags zuvor hatte am selben Schauplatz ein kleines Fest stattgefunden. Für alle Menschen, die sich in irgendeiner Weise ehrenamtlich für die Bergedorfer Museumslandschaft engagieren. Leiterin Schanett Riller und ihr Team durften 240 (!) Menschen einladen. Etwa die Hälfte folgte der Einladung und füllte den Innenhof des Schlosses. Ich finde es ehrlich beeindruckend, wie diese kulturelle Einrichtung von der Bevölkerung mitgetragen wird.


Wie gesagt: Ich staune nicht schlecht.

Da fällt dem Schreiber glatt der Schreiber aus der Hand.






PS. Heute um 18:00 lese ich im Schloss. Gemeinsam mit Claire Walka und Daniel Mellem. Wir freuen uns über Ihren/Euren Besuch!






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Bille the Kid

hamburger gast 2017Posted by Stephan Roiss Sat, August 26, 2017 15:27:46
entführe niemanden
geringer als dich

tauche unter




& folge der bille in den norden
und beginne die dinge
von zwei seiten zu betrachten




& widerstehe der versuchung
jede stille
glatte grüne
fläche zu betreten



& die enten werden weiden




& die mühle geht auf




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Vor dem Katzensprung

hamburger gast 2017Posted by Stephan Roiss Fri, August 25, 2017 18:17:56

Bei der Einschätzung von Mentalitäten ganzer Menschengruppen sollte man vorsichtig sein. Allzu schnell klingt derlei wie ein Pauschalurteil und die Eigenheit der je und je Einzelnen wird eingeebnet. Und doch gibt es Tendenzen, die durchaus interessant und bemerkenswert sind.

Für jemanden, der wie ich aus Österreich kommt und meist von (oftmals allzu) süßer Höflichkeit umgeben ist, bedarf es in Bergedorf (wie in Hamburg generell) schon mal einer Eingewöhnungsphase. Die Menschen sind zwar nicht so schnauzig wie in Berlin, aber doch direkt und es fällt wie Schuppen von den Augen: Die meinen, was sie sagen!

(Leute, die Smileys mögen, können hier einen ihrer Wahl einfügen.)

Das gefällt mir, das fordert mich heraus, das erfrischt mich und ich übe mich darin der Direktheit mit Direktheit zu begegnen.

Andere sind schon auf dem Sprung:


Ich hingegen werde meine letzte Woche in Bergedorf in aller Achtsamkeit genießen.

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