Hamburger Gast

Ausschreibung 2018allgemein & aktuell

Posted by Gast-Freund Sat, December 30, 2017 10:45:27

Und weiter geht er ...

Auch 2018 wird das Aufenthalts-Stipendium HAMBURGER GAST ausgeschreiben. Und wieder sind alle mit dabei:
Das Schloss in Bergedorf, das Schmidt auf dem Kiez und die KulturWerkstatt in Harburg - natürlich auch die Hamburger Volksbank und die Kulturbehörde Hamburg.

WASSERSTANDSMELDUNGEN
lautet das Thema

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AUSSCHREIBUNG HAMBURGER GAST 2018

Hamburg lädt 2018 zum dritten Mal einen Stadtschreiber als „HAMBURGER GAST“ ein, um die Elbmetropole persönlich und literarisch intensiv zu erleben. Das mit 1500,00 Euro mtl. dotierte Aufenthaltsstipendium ist für August bis Oktober 2018 ausgeschrieben, in dem der/die Stadtschreiber/in mietfrei in einer Unterkunft im lebendigen Künstlerhaus Vorwerkstift wohnen darf. Um die Vielfalt der Hansestadt und ihrer Kulturszene kennen zu lernen, wird der/die Stipendiat/in auch 2018 wieder vom Wohnsitz im Karolinenviertel zu drei unterschiedlichen Kulturstätten (jeweils einen Monat an einem Standort) in drei sehr unterschiedliche Bezirke der Stadt mit dem ÖPNV (HVV-Ticket inklusive) unterwegs sein. Im August wird der HAMBURGER GAST im Schloss im ländlichen Hamburg-Bergedorf als lebendes Museumsstück einen öffentlichen Schreibplatz einnehmen. Im September bietet das Stipendium die Gelegenheit, als Café-Schreiber in der Hausbar des Schmidt Theaters im quirligen St. Pauli zu sitzen und im Oktober 2018 als nachbarschaftlicher Schriftsteller in der KulturWerkstatt im Arbeiter- und Hafenmilieu des Harburger Binnenhafens literarisch zu arbeiten.

Jede/r interessierte Autor/in (ab 18 Jahren) ist willkommen, sich zu bewerben und einen Beitrag einzusenden. Newcomer genauso wie etablierte/r Literaten/innen. Schickt Eure Texte zum Thema 2018:

Wasserstandsmeldungen

Wie fühlt es sich an, wenn einem das Wasser bis zum Hals steht? Was ist, wenn man auf dem Trockenen liegt? Was geschieht, sobald das sichere Dasein leck schlägt? Wie geht eine Fahrt bei Windstille weiter? Hält der Alltag auch Überraschungen parat, wenn immer eine handbreit Wasser unterm Kiel ist? Die Hamburger-Gast-Jury wartet auf literarische Riffe, Tiefen, Stürme und Sandbänke.

Wir freuen uns auf eine Flut an Einsendungen, die mit allen Wassern gewaschen sind.

Das Hamburger-Gast-Stipendium:

- dotiert mit 1500,00 Euro/Monat (insg. 4500,00), gestiftet: Hamburger Volksbank

- Veröffentlichung des Wasserstandsmeldungen-Textes, in: Bergedorfer Zeitung

- Mietfreie Unterkunft während des Aufenthalts (08.-10.2018) im Künstlerhaus Vorwerkstift im Karolinenviertel, ermöglicht: Kulturbehörde Hamburg

- Monatskarten (08.-10.2018) für den HVV (ÖPNV der Hansestadt Hamburg)

ermöglicht durch die Kulturbehörde Hamburg und die Hamburger Volksbank

- Residenzpflicht

- Schreibräume: im Bergedorfer Schloss (08.2018)

im Schmidt Theater - Reeperbahn (09.2018)

in der KulturWerkstatt Harburg (10.2018)

- Begrüßungsfeier mit Lesung am 29.07.2018 um 18:30 Uhr im Bergedorfer Schloss

- jeweils mindestens eine Stipendiatenlesung an den Schreiborten

- Verabschiedung (Lesung & Talk) am 30.10.2018 um 18:30 im Bergedorfer Schloss

Zusätzlich zum Stipendium werden die Plätze zwei und drei (ohne Nennung der Reihenfolge) der Jury-Shortlist mit jeweils 500,00 Euro ausgezeichnet, worin die Kosten für die Anreise zur Begrüßungsfeier bereits enthalten sind. Die ausgewählten Teilnehmer erklären sich bereit, ihre Texte am 29.07.2018 bei der Begrüßungsfeier öffentlich zu lesen. Sie sind mit einer Veröffentlichung ihres Bewerbungs-Textes ausdrücklich einverstanden.

Teilnahmebedingungen:

Mit einem bisher unveröffentlichten Prosatext in deutscher Sprache, der eine Länge von 9000 Zeichen inkl. Leerzeichen (Schriftgröße 12Pkt., Zeilenabstand 1,5) nicht überschreitet, kann sich jede/r Schreibende ab dem vollendeten 18. Lebensjahr um das Hamburger-Gast-Stipendium bewerben. Längere Texte werden nicht berücksichtigt! Texte, die bereits andere Preise gewonnen haben, deren Teilnahme an anderen Wettbewerben aktuell nachzulesen ist oder die anderweitig veröffentlicht sind (Internet/Druck), bleiben vom Stipendien-Wettbewerb ausgeschlossen.

Das Motto lautet „Wasserstandsmeldungen“ und darf im Titel der Geschichte enthalten, jedoch nicht (!) alleiniger Titel des eingereichten Prosatextes sein.

Der Prosatext muss in vierfacher Ausfertigung, zusammen mit einem Motivationsschreiben in gleicher Stückzahl (alles gern auf Recyclingpapier), per Post (keine Einschreiben!) eingereicht werden.

Im Motivationsschreiben würden wir gern erfahren, weshalb die Bewerber sich auf das Stipendium bewerben, was sie literarisch in Hamburg gern umsetzen würden und was sie an dem ungewöhnlichen Konzept des Hamburger-Gast-Stipendiums reizt.

Wir erwarten vom Stipendiaten/ von der Stipendiatin das Weiterführen des Hamburger-Gast-Blogs (news.hamburger-gast.de) und freuen uns auf einen neugierigen, erkundenden Blick von außen. Wir erwarten eine sichtbare Präsenz an den jeweiligen Arbeitsorten, eine aktive Amtszeit im Zeichen eines wechselseitigen und lebendigen Austauschs.

Der HAMBURGER GAST wird mindestens eine öffentliche Lesung pro Arbeitsort bestreiten, zudem die Begrüßungslesung (29.07.2018 um 18:30 Uhr im Schloss Hamburg-Bergedorf) und eine Abschiedslesung (30.10.2018 um 18:30 Uhr im Schloss Hamburg-Bergedorf).

Bewerbungen per e-mail sind nicht zulässig und werden ungelesen gelöscht. Zur Wahrung der Anonymität darf auf den vier Exemplaren des Teilnahmebeitrags nur der Titel der Geschichte, jedoch nicht der Name des Verfassers stehen. Ebenfalls auf dem Motivationsschreiben darf kein Verfasser genannt werden. Die Texte werden der Jury anonymisiert vorgelegt.

Der Bewerbung muss ein ausgefüllter Teilnahmebogen (download ab 01.01.2018 unter

www.hamburger-gast.de oder www.kulturelle-initiativen.de) in einfacher Ausführung beiliegen! Eingangsbestätigungen werden nicht versandt!

Einsendeschluss ist der 31.03.2018 (Es gilt der Poststempel!)

Der/die Hamburger-Gast-Stipendiat/In wird Ende Mai 2018 persönlich benachrichtigt werden. Ebenso die Plätze zwei und drei. Die Begrüßungsfeier findet am 29.07.2018 um 18:30 Uhr im großen Saal des Bergedorfer Schlosses statt.

Mit der Bewerbung versichert jede/r Autor/in ausdrücklich, dass er/sie den Beitrag selbst verfasst hat, keine Rechte Dritter verletzt und mit einer Veröffentlichung (gemäß Ausschreibungsbedingungen), sowie mit allen Ausschreibungsbedingungen einverstanden ist. Darüber hinaus verbleiben sämtliche Rechte an den Texten bei den Autoren/innen.

Wichtig: Ohne Teilnahmebogen wird Ihre Einsendung nicht berücksichtigt
(Download am Ende der Ausschreibnung)

Weitere Informationen unter: www.hamburger-gast.de

Für Fragen: info(at)kulturelle-initiativen.de

Einsendungen an: Bergedorfer Schloss

- Literaturwettbewerb

Bergedorfer Schlossstr. 4

21029 Hamburg




TEILNAHMEBOGEN 2018:
AUSSCHREIBUNG 2018:


Winke-winke!allgemein & aktuell

Posted by Gast-Freund Thu, November 02, 2017 10:29:50

Jetzt ist es also wirklich wahr:

Das Hamburger-Gast-Stipendium 2017 ist vergangen und Stephan Roiss ist gegangen und schreibt anderswo.

An dieser Stelle noch einmal ein dickes

DANKE!

Es war uns ein Fest mit dir! Du warst ein fabelhafter Gast, eine Bereicherung, eine Freude!

DANK selbstverständlich auch an ALLE ANDEREN, die ihre Finger und Köpfe und Töpfe mit im Spiel hatten.

So die Sterne uns gewogen sind: Wir sehen uns wieder.

Ella & Huug



Ciao mit Au und Au wie Aufwiedersehenhamburger gast 2017

Posted by Stephan Roiss Tue, October 31, 2017 13:28:28

Oh, es ist vorbei. Nach drei intensiven Monaten legt der Stadtschreiber den hanseatischen Griffel aus der Hand, packt seinen Ranzen (Inhalt: Stift, Papier und ein Vaal, also ein veganer Aal) und verlässt die Stadt - auf einem geflügelten Otter reitend. smiley

Die Abschiedslesung im Bergedorfer Schloss habe ich sehr genossen. Meine mitlesenden Gäste zauberten uns nach Sibirien und dorthin, wo alles und nichts irgendetwas mit Physik zu tun hat.

Blog imageNathalie Keigel


Blog imageSascha Preiß



Der Abend bot mir Gelegenheit mich bei vielen Menschen und Institutionen zu bedanken. Ich erlaube mir allerdings, es hier noch einmal zu tun. Bildschirmschwarz auf Bildschirmweiß. Ich nenne auch nicht alle, versprochen.


Danke an die KünstlerInnen des Vorwerkstiftes, unter denen ich - dank der Stiftung Freiraum - hausen durfte.

Danke an das Team des Bergedorfer Schlosses, wo ich im August arbeiten durfte. Danke ans Schmidt Theater für den feinen September und danke an meine Oktoberstation, an die KulturWerkstatt Harburg.

Danke an alle AutorInnen, die meiner Einladung folgten und mit mir Lesungen bestritten: Daniel Mellem, Claire Walka, Jonis Hartmann, Annkathrin Wett, Marie-Alice Schultz, Haiko Herden, Elisa Helm, Nathalie Keigel und Sascha Preiß.

Danke an Heidi Melis für fröhlichen Elan und den Griff ins Feuer (um die Kohle rauszuholen), danke an Ulf-Peter Bosse für die engagierte Begleitung und Berichterstattung, danke an Lisa Harderberg für vielfältige Hilfsbereitschaft und Antje Flemming für Flocken und Kekse.



Vor allem aber DANKE an Ella Marouche und Huug van't Hoff!

Sie sind die InitiatorInnen und HauptorganisatorInnen des Hamburger Gast-Programms. Ohne die beiden ginge gar nix. Ohne die beiden hätte es dieses Vierteljahr in Hamburg für mich nicht gegeben. Und es ist verdammt gut, dass es dieses Vierteljahr in Hamburg für mich gegeben hat.


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Ella und Huug. Hier verschwommen, weil der Blick der Kamera abschiedstränenverschleiert war. Und die vielen Eindrücke haben das Bild überrollt und nach vorne kippen lassen. So war das.





Melange der Impressionen (Wer einen fürchterlichen Roman schreibt und ihn "Melange der Impressionen" nennt, den/die lade ich auf eine abgestandene Fanta ein)hamburger gast 2017

Posted by Stephan Roiss Sun, October 29, 2017 15:02:53

Ich bin mir nicht sicher, ob ich es schon erwähnt habe: Heute findet die letzte Lesung des Hamburger Gastes 2017 statt - inklusive lustigen Abschiedsriten und zwei tollen Mitlesenden, nämlich Nathalie Keigel und Sascha Preiß.

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Und gestern stieg wohl eine Halloweenparty in meiner Hood.
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Ich hingegen war Abendessen mit zwei Mitgliedern der Stiftung Freiraum: Ann-Christin Neugebauer und Kai Haberland. Kürbis gab es keinen, dafür andere schmackhafte Gerichte und sehr nette Gespräche - etwa über die Stiftung (die das Vorwerkstift am Laufen hält) oder Politik im Kleinen und im Großen.

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Frau Neugebauer und Herr Haberland sind übrigens auch verantwortlich für die Zeitschrift "Grüner Anzeiger", die mich alleine schon dadurch fasziniert, dass sie von Beginn an (1998) konsequent auf Bilder und Farbe verzichtet. Es geht auch diametral zum Zeitgeist.




Vorgestern wohnte ich dem Spiel St.Pauli gegen Erzgebirge Aue bei. Mein letzter Besuch in einem Fußballstadion war schon fast 20 Jahre her. Dementsprechend frisch war die atmosphärische Brise, die mir entgegenschlug, als ich auf der Tribüne stand. Unablässig wehende Flaggen, tausendkehlige Schlachtgesänge, "Hells Bells" von AC/DC aus den Lautsprechern. Mehr als 28.000 Menschen bei einem Spiel der zweiten Bundesliga. In Österreich ist man froh, wenn ein Länderspiel so viel Publikum hat. Besonders schön fand ich, dass die obligatorische Totenkopffahne von St.Pauli sogar die Kornerstangen des Millerntorstadions schmückt. Die Heimmannschaft war in der ersten Hälfte überlegen und führte zur Pause 1:0. Schließlich hatte sie aber mit dem Endergebnis von 1:1 sogar Glück. In der zweiten Hälfte agierte St.Pauli erstaunlich unsicher und verhalten. Meine Sympathien hat der Verein voll und ganz, da er wie kaum ein anderer, progressiv-politisches Engagement zeigt.
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Außerdem habe ich in Harburg einen Frisörladenwitz entdeckt, der mir - wie konnte das passieren - bis dato entgangen war:
Blog imageIn der Kulturwerkstatt dachte ich kurz, ich müsste ins Nebenzimmer stürmen, um einen komplett eskalierenden Streit zu schlichten. Glücklicherweise begriff ich dann doch noch früh genug, dass dort eine theatrale Aufführung geprobt wurde.





Zum Abschluss heute zweimal Kunst:



1. Ausstellung "transparent bodies" in der Galerie des Vorwerkstifts

Blog imageAlina Nosow erinnerte mich mit ihrem gespenstischen Puppenensemble an ein Plattencover der Band "Korn" ...

Blog imageMalerei von Anna Nero. Es ist alles da.




2. Streetart im Karoviertel

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Wir werden es wohl nie erfahren.



Behördenganghamburger gast 2017

Posted by Stephan Roiss Fri, October 27, 2017 15:35:23

Lisa Harderberg, die mich einst durchs Bergedorfer Hinterland kutschierte, stellte mich der Exil-Österreicherin und Sängerin Lilli Walzer vor, die es in den 1970ern nach Hamburg verschlagen hat und die hier immer noch Wiener Lieder und Chansons zum Besten gibt. In einem Lokal am Großneumarkt erweckte Lilli gestern auf sehr charmante Weise Figuren wie den Herrn Novak oder die Pokornys zum Leben. Ich war im Publikum und genoss ein wenig rotweißrote Nostalgie - ohne Ketchup und Mayo. Danke, Lilli.



Davor: fein, fein, Kaffee und Plausch bei Dr. Antje Flemming, die in der Kultur- und Medienbehörde für die Belange der Literatur zuständig ist - und in dieser Funktion auch das Hamburger-Gast-Programm unterstützt. Hier im Bild hält sie den aktuellen Hamburger Ziegel in Händen, seines Zeichens die Institution unter den Anthologien für Gegenwartsliteratur im HVV-Einzugsgebiet, bam, oida.

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Frau Flemming wird sonntags zu meiner Abschlusslesung kommen (tut es ihr gleich!) und ein paar freundliche (so hoffe ich zumindest...) Worte verlieren.

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Last Lesunghamburger gast 2017

Posted by Stephan Roiss Wed, October 25, 2017 11:13:03

Am Sonntag 29.10. wird mein Abschied zelebriert:

Nathalie Keigel, Sascha Preiß und ich lesen ab 18:00 im Bergedorfer Schloss. Ich kehre also zurück an den Ort, wo vor drei Monaten alles begann, der Kreis schließt sich wie ein Dimensionstor und die Katze beißt sich nochmal herzhaft in den Schwanz. Drei Tage später ist der Stadtschreiber ein Ex-Stadtschreiber. Letzter Aufruf, letzte Chance! Also: Alpha, Bravo, Charlie, bitte kommen!



Ich dachte ja bislang, dass ich der Allerallerlustigste bin, aber vor den Bildunterschriften in der Lesungsankündigung der Kulturellen Initiativen verneige ich mich demütig. Darum hier bloß ein paar sachdienliche Hinweise zu meinen sonntäglichen MitleserInnen:


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Nathalie Keigel

1983 geboren in Rheinfelden, Schweiz. Studium der Geschichte und Germanistik in Basel und Hamburg. Lebt seit sieben Jahren in Hamburg, arbeitet als freie Lektorin und Schlussredakteurin. Erste Veröffentlichungen (Totgeburt, Nachtspiel, Zwischen) u. a. beim Stellwerck Verlag Würzburg. Schreibt an ihrem ersten Roman, Arbeitstitel „Mit Physik hat das nichts zu tun“. Seit Oktober 2013 Mitglied im Forum Hamburger Autorinnen und Autoren, seit Oktober 2016 im "writers’ room".


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Sascha Preiß

Geboren 1976 in Erfurt, hat in Berlin Literatur und Medizingeschichte studiert, war für insgesamt acht Jahre in Kasaschstan, Kroatien und Sibirien, seit Herbst 2013 in Hamburg. Veröffentlichungen u.a. in "Am Erker", "entwürfe" (Schweiz) und "Deus ex Machina" (Belgien). Arbeitsstipendium der Kulturbehörde Hamburg im August 2017 (Château de Millemont). Mitglied im "Forum Hamburger Autorinnen und Autoren", Mitglied im "writer's room". Mitorganisator der Hamburger Lesereihen "AHAB" und "Sprelacart", bereitet die Erstausgabe neuen Literaturzeitschrift "TAU" vor. Schreibt derzeit sibirische Geschichten und einige 100-Seiten-Romane. https://pselbst.de







Wenn Geduld eine Tugend ist, dann ist jetzt die Zeit des Lasters angebrochenhamburger gast 2017

Posted by Stephan Roiss Mon, October 23, 2017 20:50:54

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Da Ella Marouche zu den Preisträgerinnen gehörte - Gratulation! - und so freundlich war mich einzuladen, durfte ich der Verleihung des Walter Kempowski - Preises beiwohnen. Gino Leineweber las die drei preisgekrönten Texte mit hörbar geübter Stimme vor, Musik kam von einem Teenager am Steinway-Flügel - Name der Redaktion entfallen, aber "Purple Rain" war richtisch geil. Der sogenannte Pfeffersackfaktor war immens hoch, ein Buffet ist ein Buffet ist ein Buffet, ich bin dann mal weg.


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So sieht der Kulturkran der KulturWerkstatt von Weitem aus. An einem endzeitgrauen Tag, leicht schief fotografiert. So wirkt er wie ein unfreundliches Alien-Transportmittel aus "Krieg der Welten".Der Plasmakanonenbeschuss blieb allerdings aus, ich konnte mich dem Kran ohne Zwischenfall nähern und in sein Inneres vordringen.


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Die Aussicht in der Steuerkabine.
Heinrich, vor dir graut mir nicht. Mir graut vor Donald "Stephen Kings Es" Trump und den Autokraten in Russland, in der Türkei, in Nordkorea und der halben Welt, vor dem Spiel mit Nuklearangriffen, vor der irrationalen und unbarmherzigen Panik, die die Ärmsten bei den Armen auslösen, und die zu blindem Hass wird, während steuerbefreite Konzerne sich ins Fäustchen lachen und die systematische Ausbeutung munter weitergeht und den Globus verheert, mir graut vor dem europaweiten Rechtsruck, vor der kommenden Rechts-Rechts-Regierung in Österreich, vor der Beschneidung der sozialen und kulturellen Sektoren in meinem Heimatbundesland Oberösterreich: Für #kulturlandretten notierte ich einige Zeilen, die den Pathos nicht mehr fürchten.

Wenn Geduld eine Tugend ist, dann ist jetzt die Zeit des Lasters angebrochen. Ich habe keine Lust mehr zuzusehen, wie wir uns selbst in den Abgrund manövrieren. Unsere Gier ist so lächerlich - leider lässt sie uns erblinden. Unsere Angst vor allem Fremden ist so lächerlich - leider kostet sie Menschenleben. Wenn wir der Kultur das Wasser abgraben, trocknen wir genau das aus, woraus noch Hoffnung erwächst. Das, in dem wir uns entfalten können ohne fremdbestimmten Zwecken zu unterstehen. Das, was uns Mut-zu-Mut beatmet. Das, was uns unsere Menschlichkeit und unsere Unmenschlichkeiten spiegelt. Das, woraus sich Entwürfe eines anderen Lebens speisen. Das, was uns daran erinnert, dass wir in keine Kosten-Nutzen-Rechnung passen und wir mehr sind als abgerichtete Hündchen eines perversen Ökonomismus.







Nicht der, aber sehr wohl das Kranich in den Halls of Kunst und Trink und TSCH und überhaupt. Untergrundmusik!hamburger gast 2017

Posted by Stephan Roiss Thu, October 19, 2017 16:50:06

Anfang der Woche zeigte mir Tausendsassa Gorch von Blomberg den Kran, den die Harburger KulturWerkstatt vor mehr als zehn Jahren um einen Euro von der Firma Mulch erstand. (Die Verschrottungskosten und der Verkaufswert des Schrottes hätten sich die Waage gehalten.) Nun dient der Kran seit 2006 als Kulturschauplatz, als Open Air Kino-leinwandrahmen, als technisches Denkmal, als Attraktion des Binnenhafens und als geheimes Wahrzeichen von Harburg. Mit viel Engagement und Fantasie wird der freundliche Riese von einer "Krangruppe" gepflegt, gewartet, künstlerisch bespielt. Trotz meiner solide ausgeprägten Höhenangst erkletterte ich wacker die Maschine und genoss oben Ausblick (Panorama) und Rückblick (Gorchs Ausführungen). Am Samstag werde ich ein paar Stunden dort oben verbringen und schreiben. Diesmal werde ich auch meine Fotokamera nicht vergessen.


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Beim Besuch der Kunsthalle hatte ich die Kamera allerdings dabei.
Blog imageVermittelt durch Heidi Melis, die auf großherzige Weise ihre Hamburger-Gast-Freundschaft pflegt (als Jurymitglied & beste Germanistin der Volksbank), kam eine Führung durch die Anita Rée - Retrospektive zu Stande. Gerade außerhalb von Hamburg ist diese extrem vielfältige Malerin noch viel zu wenig bekannt. Ich nutzte die Gelegenheit und streifte nach Ende der Führung auch noch durch andere Ausstellungen des Hauses - mit Gewinn und gelegentliche Geistesblitzen - bis mir vor lauter Kunst der Cortex durchschmorte.
Blog imageElla Marouche, Heidi Melis, Sophia Colditz (Co-Kuratorin der Retrospektive), Huug van't Hoff.


Das Schiele-Haus, das mir seit Beginn meiner Stipendienzeit mehrfach empfohlen wurde, habe ich noch immer nicht besucht. Und mittlerweile weiß ich: das wird wohl auch nichts mehr. Gemeint war nämlich stets das Chile-Haus. Die HamburgerInnen sprechen es nur aus wie Egon. TSCHile sage ich. Ich lerne noch immer täglich Neues im hohen Norden.




Blog imageEtwas zu unbekümmerte Streetart in einer Metrostation. Aber lieb. Apropos lieb:

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Wer ist eigentlich der oder die DJ, der oder die für die Auswahl der klassischen Musikstücke zuständig ist, mit der manche U-Bahnstationen dieser Stadt so gerne beschallt werden, wohl um das nächtliche Aggressionspotential zu senken? Ein Traumjob. Musikpsychologie. Alles ist im Stadt Klang Fluss.

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Vielleicht mein Lieblingsobjekt in Harburg. Kiosk of the Universe, welch göttliche Trinkhalle...

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