Hamburger Gast

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Fragen

hamburger gast 2016Posted by Doris Konradi Tue, September 20, 2016 21:55:43

Aber ja, mein Sohn.

Darf ich auch auf die Mädchentoilette gehen?



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September

hamburger gast 2016Posted by Doris Konradi Sat, September 17, 2016 10:49:36

Ich liebe den September. Das Licht hat sich verändert. Die Luft lässt schon den Herbst fühlen, auch wenn sie noch warm ist. Als Ahnung schimmert der Winter hindurch. Es ist leicht, den September zu lieben, wenn man eine Wohnung hat.





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Über Orte

hamburger gast 2016Posted by Doris Konradi Wed, September 14, 2016 09:44:39

für A.

1000 Orte, die man gesehen haben muss, bevor man stirbt. 111 Orte hier, 111 Orte da. Ganz schön viel zu tun. Aber was ist eigentlich ein Ort? Wieviel Quadratzentimeter Fläche, wieviel Kubikmeter Raum muss er umfassen, um sich Ort nennen zu dürfen? Kein Zweifel bei Markusplatz oder Jungfernstieg. Ein Stück Strand in der Karibik, eine Waldlichtung. Es wird uns weisgemacht, dass Orte in Relation zu uns selbst stehen. Ist ein Ort, wo wir sind? Wo etwas ist? Gibt es Unorte? Was ist mit dem Raum zwischen den Teppichfäden in meinem Wohnzimmer? Ist die Unendlichkeit ein Ort? Hätten wir nur Alices Mittel. Einmal auf den Klangwellen im Inneren eines Cellos surfen. Mit dem Wurm durch seine Gänge im Pfirsich spazieren. Picknick machen in der Zuckerdose. Im All stehen und mit Erde und Mond jonglieren.








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Korrektur

hamburger gast 2016Posted by Doris Konradi Thu, September 08, 2016 14:42:18

Heute auf der Marktstraße. Ich sitze bei einem Milchkaffee und beobachte die vorbeigehenden Menschen. Von weitem sehe ich eine Mutter mit Kinderwagen. Als sie näher kommt, erkenne ich ihr fortgeschrittenes Alter und korrigiere mich: Eine Oma mit Kinderwagen. Erneute Korrektur beim Anblick der beiden Hunde in dem Wagen: Eine Frau mit zwei Hunden in einem ausrangierten Kinderwagen. Immer noch falsch: Eine Frau mit zwei Hunden in einem eigens dafür hergestellten Hundewagen!

Fazit: Die Welt erklärt sich durch genaues Hinsehen.






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Ohnsorg

hamburger gast 2016Posted by Doris Konradi Sun, September 04, 2016 12:57:45

Samstag 12:00 Uhr






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Identität

hamburger gast 2016Posted by Doris Konradi Fri, September 02, 2016 10:40:11

Bergedorfer sei man ja erst ab der 3. Generation, sagte mir eine Zugezogene. Da frage ich mich: Was bin ich eigentlich? Ich bin in Köln geboren, meine Eltern und meine ältere Schwester in Hamburg. Meine Großeltern stammen aus Polen. Bin ich Kölnerin mit Hamburger Wurzeln, oder in Köln geborene Hamburgerin mit polnischer Abstammung? Oder bin ich sogar Polin? Unser Familienname deutet darauf hin, der ehemals Konszczinsky lautete, doch zugunsten der Lesbarkeit eingedeutscht wurde. Also Deutsch-Polin, so wie man von Deutsch-Türken spricht? Ehrlich gesagt, ich bin überfragt.

Meine Enkel oder Urenkel können vielleicht einmal sagen: Ich bin Kölner oder Kölnerin, weil sie in der 3. Generation dort leben. Wenn sie es tun. Es könnte sie auch woanders hin verschlagen, dann fängt das Spiel wieder von vorn an. Und wenn jemand einen Nichtkölner heiratet, gar eine Ausländerin? Welche Linie gilt dann? Du meine Güte, ist das kompliziert.





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Trotz

hamburger gast 2016Posted by Doris Konradi Tue, August 30, 2016 23:07:29

Klein, fast ein bisschen trotzig, steht sie da, die Willersche Kate am Neuen Weg in Bergedorf. Zwischen Durchgangsverkehr und vielgeschossigen Nachbarn blickt sie auf eine lange Geschichte zurück. Erbaut 1750, über sechs Generationen im Besitz derselben Familie. Vom heutigen Eigentümer vor dem Abriss bewahrt und sorgsam restauriert.

Alte Gebäude sind überall die Schätze in nicht immer gelungener Stadtarchitektur. Sie sind schöner anzusehen und bergen die Geschichten der Menschen, die über Jahrhunderte darin gelebt haben. Geburten, Liebesgeschichten, Schicksalsschläge, Todesfälle, sie gehören zum privaten Familiengedächtnis. Die Kate aber hat sich in öffentlichen Raum verwandelt. Seit der Restaurierung ist dort ein italienisches Restaurant untergebracht.

Zur Eröffnung wurde auch der damalige Bergedorfer Bundestagsabgeordnete eingeladen, der zufällig zu der Zeit auch Bundeskanzler war. Es gab eine nette Absage seines Büros, wie erwartet. Doch tags darauf kamen sie unangemeldet, Helmut und Loki Schmidt, wohl weil der Kanzler die Genossen seines Wahlkreises im SPD-Büro um die Ecke besucht hatte. Vielleicht waren sie nur auf der Suche nach einer guten Toilette, vermutet der Besitzer. Das ist möglich. Ein sozialdemokratischer Ritterschlag war es dennoch. Und die Kate trotzt selbstbewusst dem großen städtebaulichen Koalitionspartner.









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Traum

hamburger gast 2016Posted by Doris Konradi Mon, August 29, 2016 13:07:13

Ich wähle eine Telefonnummer. Sie ist endlos lang. Vielleicht 30 Ziffern oder mehr. Ich benutze dazu ein altes Wählscheibentelefon, es ist schwarz und aus Bakelit. Ich kenne dieses Telefon aus der Kindheit. Es stand bei meinen Verwandten in Hamburg, und noch heute kenne ich die Telefonnummer auswendig, die auf dem dafür vorgesehenen Feld notiert war. Die Nummer, die ich im Traum wähle, kenne ich nicht, aber jedes Mal verwähle ich mich bei der 28. Oder 29. Ziffer, so dass ich wieder von vorn anfangen kann. Das macht mich nervös, und ich schaffe es nie, die Verbindung herzustellen, bevor ich aufwache.

Traumdeuter würden mir wahrscheinlich mangelnde soziale Kompetenz bescheinigen. Was Freud dazu gesagt hätte (hat er?), weiß ich nicht. Aber gestern dachte ich plötzlich, dass es diesen Traum bald nicht mehr geben wird. Die nächsten Generationen werden ein Bakelittelefon höchstens aus dem Museum kennen, oder aus Filmen. Sie werden sich nicht mehr die Schwere vorstellen können, gegen die der Finger die Wählscheibe bewegen muss. Und nicht das typische Geräusch im Ohr haben, das sie dabei macht. Ein Sirren wie von einem Insekt, ein helleres beim Hinaufschieben, ein dunkleres, wenn man die Scheibe entlässt und sie in ihre Ausgangsposition zurückschnellt, was Aufschluss über ihren analogen Mechanismus gibt. Ich war ein wenig entsetzt darüber, dass dieser Traum aussterben wird.





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